Mit was surft man schneller: Kabel oder DSL?

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Es gibt ja immer noch Privatleute und sogar Firmen auf dem Land, die noch nicht einmal über einen DSL Anschluss verfügen. Wer in so einem “Ödland” sein Geld beispielsweise als Architekt verdient und auf eine schnelle Datenübertragung angeweisen ist, der muss viel Geduld aufbringen. Ebenso wie der Geschäftspartner. Aber der fehlende DSL Anschluss wäre weniger schlimm, wenn ein Kabel zum Internet surfen und zur Datenübertragung verlegt wäre, wie ein Kabel- und DSL-Test von COMPUTER BILD zeigt. Denn Downloads in Deutschland per Kabel sind im Schnitt fast dreimal schneller als per DSL.

D Fachzeitschrift COMPUTER BILD hat die Leistungen der jeweils vier größten DSL- sowie Kabelanbieter geprüft. Dazu wurden acht Millionen Tempomessungen ausgewertet. Kunden der DSL- und Kabelanbieter haben diese über dsl-speedtest.computerbild.de und wieistmeineip.de übermittelt (Heft 15/2014).

Bei den Kabelanbietern verwies Unitymedia (Testergebnis: 2,32) Kabel BW, Kabel Deutschland und Tele Columbus auf die Plätze – bei keinem der Konkurrenten surfen Kunden im Schnitt schneller. Bester DSL-Anbieter ist die Telekom (Testergebnis: 3,27). Sie punktete mit bundesweiter Verfügbarkeit und einer Geschwindigkeit, die im Tagesverlauf relativ konstant bleibt. Das Download-Tempo beträgt im Schnitt 12 553 kbps, Vodafone landete mit 11 877 kbps im Test knapp hinter der Telekom.

Die Ergebnisse des COMPUTER BILD-Tests zeigten auch: Im Internet gibt es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, denn beim Tempo lassen die Kabelanbieter die DSL-Konkurrenz alt aussehen. So luden die Kunden der drei Top-Kabelanbieter Unitymedia, Kabel BW und Kabel Deutschland Daten im Schnitt mit knapp 35 000 kbps herunter. Bei den Kunden der drei größten DSL-Anbieter lief der Download dagegen nur mit knapp 12 000 kbps.

Des Weiteren liegt das Durchschnittstempo aller gemessenen Verbindungen in manchen Regionen ein Vielfaches unter dem, was vor allem in gut ausgebauten Städten die Regel ist. Schnellste Großstadt ist aktuell Mannheim mit rund 22 900 kbps, Hamm dagegen das Schlusslicht mit nur etwa 8 800 kbps.

Übrigens wird das von den Anbietern versprochene Tempo nicht mal annähernd erreicht. Vor allem bei schnelleren Anschlüssen lagen die realen Datenraten in der Regel ein gutes Drittel oder mehr unter den Werbeangaben.

Wirkliches Turbo-Internet mit Datenraten von 100 Mbps und mehr können derzeit nur die Kabelanbieter versprechen. Allerdings sind solche Anschlüsse nicht bundesweit verfügbar – und das tatsächlich ermittelte Tempo ist auch hier nur etwa halb so hoch wie beworben.

Wer zum Privatvergnügen surft, für den ist ein lahmes Internet zwar ärgerlich aber wenigstens nicht mit finanziellen Verlusten verbunden. Wer aber geschäftlich auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen ist und mit Netz und Datenübertragung sein Geld verdient , dem bleibt oftmals – falls kein Kabelanbieter in den Startlöchern steht, nur der Umzug in ein Ballungsgebiet.

Keine schöne Vorstellung und ein Armutszeugnis für ein Land wie Deutschland…

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